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Morgedal - da muss jeder Telemarker hin
Dienstag, 16 März 2010
Seite 1 von 2 ![]() Dabei sollten die Norweger doch Stolz ohne Ende sein auf dieses kleine Dorf, dass zu den Zeiten von Sondre Norheim 550 Einwohner zählte, jetzt noch die Heimat von 250 Leuten ist. Ja, in diesem Morgedal fing alles an. Über 150 Jahre ist das nun her. Und um Sondre, der der erster Telemarker der Welt und damit auch der Begründer des mordernen Skilaufs war, entsprechend zu feiern, fanden in diesem Jahr zum zweiten Mal die Morgedal Winter Games statt - ein Telemarkfestival, das mit keinem, das wir aus den Alpen kennen, zu vergleichen ist. MORGEDAL Aber fangen wir erst einmal mit Morgedal an. Dieses kleine Dorf liegt in einem wunderschönen Tal an einem herrlichen See, der Mitte März natürlich noch zugefroren war. Es gibt dort einen kleinen Lift, der allerdings nur am Wochenende läuft. Dafür gibt es dort aber umso mehr Möglichkeiten, um Touren zu gehen. Das ist nicht sonderlich anspruchsvoll, dafür aber landschaftlich unendlich schön. Morgedal liegt auf 400 Metern, die Berge rundherum sind um die 700 Meter hoch. Diese Tatsache macht den Anstieg entsprechend angenehm, weil die Luft nicht so dünn ist. Dennoch liegt dort eine Menge Schnee, die nördliche Lage hilft da schon´ungemein. Interessant ist, dass es vor 150 Jahren dort viel weniger Wälder gab als heute. Früher wurden die Bäume gandenlos abgeholzt, um Brennholz oder Material für den Bau der Hütten zu haben. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall. Aber man überlegt dennoch, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen und einen Teil der Wälder zu roden, um mehr Möglichkeiten zum Skifahren zu haben. GESCHICHTE Was man aber schon jetzt in Morgedal vorfindet, das ist Ski- und vor allem Telemarkgeschichte ohne Ende. Und da steht an erster Stelle natürlich Sondre Norheim. Er war zu seiner Zeit der beste Abfahrer und Springer. Er sprang damals in Morgedal über die Häuser und sorgte damit für großes Aufsehen. Bei einem offiziellen Wettbewerb soll er 30,5 m weit gesprungen sein. Im Jahr 1868 gewann Norheim in Christiania im Alter von 42 Jahren den ersten landesweit ausgetragenen Skiwettbewerb Norwegens und schlug dabei seine jüngeren Kontrahenten mit großem Vorsprung. Zudem entwickelte er aus Weiden eine neue Bindung, die ihm mehr Stabilität garantierte, und Ski, die vorne und hinten breiter waren als in der Mitte. Nachdem die Ski vorher run ein reines Zweckinstrument gewesen waren, entdeckte Sondre, das mal mit diesen Holzlatten auch eine Menge Spaß haben kann. Geboren wurde Sondre in Överbö, einer kleinen Holzhütte oberhalb von Morgedal auf 600 Metern Höhe. Diese Hütte haben wir natürlich besucht, einmal tagsüber und einmal noch abends. Das ist wirklich sehr beeindruckend. Zum einen, weil da der Urvater des Telemarks gelebt hatte. Zum anderen aber auch, weil man da sehen kann, wie einfach und auf welch kleinem Raum die Leute vor über 150 Jahren gelebt haben. Wir sind dann sogar noch etwas weiter hochgelaufen und sind an der Hütte vorbei Richtung Tal gefahren. Also genau auf den Pisten, auf denen auch Sondre damals seine ersten Schwünge machte. Wenn man dann noch tiefer in die Historie eintauchen möchte, dann ist ein Besuch des Morgedaler Museums absolut empfehlenswert. Haben wir natürlich gemacht. Und auch nicht nur einmal. Dort sieht man anhand von Originalen, von Nachbauten oder per Film alles, was in Sachen Telemark im 19. Jahrhundert so alles abgegangen ist. Dieses Museum ist echt der Hammer. Und in unmittelbarer Nähe von Morgedal geht es dann ähnlich weiter. So ist die Skare Farm nur 15 Gehminuten von Morgedal entfernt. Dort stammte der legendäre Svein Sollid her, der erste Mensch, der mit Skiern weiter als 100 Fuß gesprungen ist und einer der ersten Sieger des Holmenkollen-Skisprungwettbewerbs war. SKIBAUEN Wir wollten uns die Geschichte aber nicht nur anschauen, sondern auch anfassen - und haben daher einen Kurs im Skibauen gemacht. Da erfuhren wir zuerst, dass die Ski früher meist aus Fichtenholz hergestellt wurden. Dieses Material hatte nämlich keine Astlöcher, hatte einen großen Anteil an Kernholz, war spannungsfrei und war gerade gewachsen. Wenn das Holz geschlagen und getrocknet ist, kann es vearbeitet werden. Das geht anfangs mit Hilfe einer Axt, ehe die Feinarbeit dann mit einem Hobel fortgesetzt wird. Anschließend wird dann die Skispitze geformt. Das geschieht mit Hilfe von Wasserdampf und Wärme. Ist das Holz weich und warm, wird der Ski eingespannt. Nach einer Nacht ist die Spitze dann gebogen. Bei den Skiern aus Kiefernholz war es übrigens nicht notwendig, eine Mittelrinne anzulegen, denn da härtere Holz der Sommerjahresringe wirkt als natürliche Laufrinne. Anschließend wurden die Oberfläche der Ski gefärbt, dies geschieh mit Ruß. Die Unterseite wurde mit Teer behandelt. Was noch fehlte, war die Bindung. Mit einem Handbohrer und einem Stecheisen wurden Löcher seitlich in die Ski gebohrt. Dieses Loch wurde so gebohrt, dass beim Ausbalancieren der Ski an dem Loch leicht nach vorne kippte. Die Bindung bestand aus Weiden. Die Äste wurde eingeweicht und anschließend gedreht, so dass sie biegsam und stark waren. Während vor den Zeiten von Sondre die Weide nur über die Zehen verlief, entwickelte Norheim eine Bindung, bei der auch die Ferse umschlossen war. Dadurch hatte er mehr Stabilität. Hinzu kamen dann noch die Schuhe, die aus dem Fell von Kühbeinen gefertigt wurden. Damit dieses Schuh auch schön hart sind und für die nötige Führung der Ski sorgen, standen diese Schuhe immer draußen. Das Fell war dabei nicht innen, um den Fuß zu wärmen. Sondern außen, damit das Fell einen Widerstand erzeugt und man weniger auf dem Ski und in der Bindung herumrutscht. Dass man mit diesen Ski tatsächlich fahren kann, erfuhren wir wenig später, als wir auf diesen Holzbrettern gen Tal schwingen durften. Anfangs war das eine äußerst wackelige Angelegenheit. Wir hatten zwar nicht die Kuhschuhe an, sondern unsere eigenen Wanderschuhe. Aber im Vergleich zu den heutigen Telemarkschuhen ist das nicht gerade viel Stabilität. Dennoch gewöhnt man sich recht schnell daran, mit diesem Material ein paar Schwünge zu fahren. Dass Sondre und seine Kollegen aber damals mit diesen Ski über Häuser gesprungen, von Sprungschanzen gefolgen und durch den Tiefschnee geheizt sind - einfach unvorstellbar. Von daher kann man vor den Skifreaks von damals nur den Hut ziehen. TELEMARK HEUTE In und rund um Morgedal ist es einfach fantastisch zu beobachten, wie sehr die Leute dort das Telemarkfahren lieben und zelebrieren. Besonders deutlich wird dies bei Wettbewerben, wie sie zum Beispiel im Rahmen der Winter Games in großer Zahl stattfanden. Für die Norweger ist es übrigens richtig wichtig, sich immer wieder in Wettkämpfen zu messen. Das brauchen die irgendwie. Also, die Wettbewerbe. Am ersten Abend gab es zwei Sprungwettbewerbe, einen von einer kleinen Skischanzen, einen von einem richtrigen Kicker. Am zweiten Tag gab es dann zwei Rennen: zuerst ein Sprint Classic, dann am Nachmittag ein Telecross. Und am dritten Tag fand dann noch ein Classic-Rennen statt. Vorbei an Överbö und auch vorbei an dem berühmten 12 m hohen Haus, von dem Norheim damals herunter gesprungen war. Also, bei diesen Wettbewerben heutzutage machen alle mit. Ob Mann oder Frau, ob jung oder alt - alle sind gemeinsam am Start und feiern gemeinsam ein kleines Volksfest. Denn am Rande der Rennen gibt es kleine Buden, an denen man sich was zu Essen und Trinken kaufen kann. So stehen die Leute neben der Strecke oder im Ziel und quatschen oder feuern die Läufer an oder schauen einfach nur zu. Und es wird natürlich Telermark gefahren. Der jüngste Teilnehmer war sechs Jahre alt, der älteste ging auf die 80 zu. Manche Fahrer tragen dabei moderne Rennanzüge, andere Outdoorbekleidung, noch andere kleideten sich ganz im Stil von Sondre Norheim. Es war jedenfalls immer wieder ein schönes Bild. Interessant war dabei auch, wie die Kleinen an die Telemarkwettbewerbe herangeführt werden. Bei den Rennen für sie gibt es nämlich keine Torrichter, die auf die korrekte Ausführung der Telemarktechnik achten. Sondern die Kleinen sollen mit ihrem Telemark-Equipment so fahren, wie sie Lust haben. Ob mit großem oder kleinem oder überhaupt keinem Schritt - das ist völlig egal. WAS GEHT SONST NOCH IN MORGEDAL? Sowohl im Winter als auch im Sommer eine Menge. So sind wir zum Beispiel an einem Morgen über den zugefrorenen See gekitet - mit unseren Telemarkski an den Füßen. Und das war wirklich ein mehr als geniales Gefühl: sich mit Blick auf das Geburtshaus von Sondre Norheim den Wind um die Ohren wehen zu lassen und über den See zu flitzen. Das war schon großartig. Man kann sich aber auch ins Auto setzen, 40 Minuten fahren und erreicht dann zwei Skigebiete mit Liften. Man kann aber auch Langlauf machen, Touren gehen und einfach eine großartige Zeit haben. UNSER FAZIT Jeder Telemarker muss einfach einmal in seine Leben in Morgedal gewesen sein. Gründe dafür gibt es jedenfalls mehr als genug: zum Beispiel das Geburtshaus von Sondre Norheim, dem Vater des Telemarks, die tolle Landschaft, die Historie, die netten Leute, die vielen Möglichkeiten, sich auf Ski zu bewegen, etc. Für uns steht jedenfalls fest, dass wir auch im nächsten Jahr zu den dritten Winter Games nach Morgedal fahren werden. Wer mehr wissen möchte, kann sich gerne an mich wenden: Mehr Fotos findet ihr hier (-pad-) |
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NEUE KOMMENTARE@schnappinger i nimm da die
schwimmflügerl (a
... weiter... Testfahrt Hey Maxl, ich hab auch
gleich ei... weiter... no title war gestern schon mal
im baumark... weiter... TERMINE19.11 - 21.11.10 26.11 - 28.11.10 19.12 - 19.12.10 |